1. Nebraska der Ver- und Entschlüsseler im PKCS#7 - Standard



    1. Die Benutzung von Nebraska

Im normalen Abrechnungsbetrieb werden Sie Nebraska nicht zu Gesicht bekommen. Thera-Pi öffnet das Zertifikat des jeweils logischen Datenempfängers, das ist der Empfänger mit Entschlüsselungsbefugnis, und verschlüsselt die Abrechnungsdaten im Hintergrund.

Trotzdem können Sie auf dem Karteireiter „Zertifikate auswerten / manuell verschlüsseln“ auch Dateien außerhalb Thera-Pi verschlüsseln. Ich wüßte jetzt zwar nicht weshalb man das machen sollte, aber es geht jedenfalls.
Der Hauptzweck dieses Karteireiters besteht in der Kontrolle der einzelnen Zertifikate auf deren Gültigkeit hin. Jedes von der ITSG ausgestellt Zertifikat (auch die Zertifikate der Krankenkassen) ist exakt 3 Jahre ab Ausstellungsdatum gültig. Danach muß erneut ein Zertifikat beantragt werden.
Dieser Antrag ist mit erneuten Kosten verbunden. Derzeit berechnet die ITSG ca. 70,-- EUR pro Zertifikat.


    1. Der Zertifikatsantrag

Bevor Sie mit Nebraska Dateien ver- und entschlüsseln können brauchen Sie von der ITSG ein gültiges Zertifikat, das Sie als Teilnehmer am Datenaustausch im Gesundheitswesen gewissermaßen identifiziert. Genauer gesagt brauchen Sie einen zertifizierten Schlüssel.

Der Antrag auf Zertifizierung wird bei der ITSG gestellt.
Benutzer von Thera-pi können die für den Antrag wesentlichen Daten direkt aus Thera-Pi importieren. Dazu starten Sie zunächst Nebraska innerhalb Thera-Pi.
Der Aufruf erfolgt in der „System-Initialisierung → Abrechnung und §302 → Nebraska/Zertifikatshandling“. Wechseln Sie dann auf den Karteireiter „Zertifikats-Antrag stellen“. Links unten befindet sich der Knopf Datenimport aus Thera-Pi.

Im darauffolgenden Dialog müssen Sie die mandanten.in in Ihrem Thera-Pi-Verzeichnis/ini auswählen und drücken dann öffnen. Jetzt weiß Nebraska wohin Sie Thera-Pi installiert haben und kann zusätzlich die von Ihnen installierten Mandantendaten auswerten.
Arbeiten Sie mit mehr als einem Mandanten öffnet sich ein neues Dialogfenster, hier können Sie den Mandanten auswählen für den Sie ein Zertifikat beantragen wollen. Haben Sie lediglich einen Mandanten installiert werden die Stammdaten sofort übernommen.
Achtung: Wenn Ihr Firmennamen oder der Name des Ansprechpartners u.a. aus deutschen Umlauten besteht, ersetzen Sie diese durch die entsprechende „oe-ue-ae“-Variante. Das deutsche „ß“ ersetzen Sie bitte durch „ss“. Der Firmennamen und der Ansprechpartner werden in Ihr Zertifikat eingebettet, Umlaute und „ß“ sind nicht erlaubte Zeichen.


So oder so ähnlich könnte Nebraska nach erfolgreichem Datenimport aussehen:

    1. Den Standardantrag der ITSG drucken

Klicken Sie jetzt auf den Button „Zert Antrag drucken“. Sie werden dann gebeten die Vorlage für den Zertifizierungsantrag auszuwählen. Falls Sie keine eigene Vorlage erstellt haben wählen Sie die Standardvorlage aus: „Zertifizierungsantrag.pdf“ und drücken Sie dann den Knopf „Öffnen“


Nach diesem Vorgang werden Sie gefragt ob Sie den Antrag sofort auf Ihren Standarddrucker drucken wollen ja oder nein. Für was Sie sich auch immer entscheiden, der mit Ihren Daten befüllte Antrag liegt als PDF-Datei im Verzeichnis <Thera-Pi-Verzeichnis>/defaults/vorlagen und hat den Dateinamen „Zertifizierungsantrag.pdf<aktuelles Datum>.pdf.
Das bedeutet Sie können den Ausdruck des Antrages nachholen bzw. wiederholen wann immer Sie wollen.


    1. Erzeugen eines Schlüsselpaares und eines gültigen Zertifikats-Request für die ITSG

Jetzt erstellen wir das sogenannte Schlüsselpaar (Private-Key und Public-Key). Dazu klicken Sie den Button „Zert-Request erzeugen“ an. Sie sehen jetzt folgenden Dialog


Geben Sie jetzt ein Passwort Ihrer Wahl ein. Wichtig! das Passwort darf maximal 6 Zeichen lang sein. Klicken Sie dann auf fixieren. Das Passwortfeld wird anschließend deaktiviert damit eine Veränderung während der nachfolgenden Prozesse ausgeschlossen werden kann.
Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist erstellen Sie das zufällig generierte Schlüsselpaar indem Sie den Button „und los...“ anklicken. Der so in Gang gesetzte Prozess generiert das Schlüsselpaar und erzeugt gleichzeitig einen KeyStore. Der KeyStore ist nicht anderes als eine kleine Datenbank in der später Ihr eigenes Zertifikat, die Zeritfikate der ITSG als ausstellender Instanz, sowie die Zertifikate der Datenannahmestellen gespeichert werden.
Dieser Vorgang dauert ca. 20 Sekunden.
Sobald der Vorgang abgeschlossen ist schaltet sich der darunterliegende Button ebenfalls „und los...“ automatisch ein. Mit diesem Button erzeugen Sie den sogenannten
Zertifikats-Request. Zuvor werden Sie noch aufgefordert die Vorlage für den Zertifikatsbegleitzettel auszuwählen. Auf diesem Begleitzette befinden sich verschiedene Angaben, die die Echtheit der von Ihnen eingereichten Schlüssel bestätigen. Sofern Sie keine eigene Vorlage erstellt haben, wählen Sie Standardvorlage ZertBegleitzettel.ott.
Wie der Dateiname bereits vermuten läßt ist dies eine OpenOffice-Datei. d.h. ohne OpenOffice-Installation auf Ihrem Rechner wird das nicht funktionieren.

Bei dem Zertifikats-Request handet es sich um die Zertifkatsanfrage die per Mail an die ITSG gesendet werden muß. Der Aufbaut dieser Anfrage ist standardiesiert und muß von jeder Verschlüsselungssoftware in exakt der selben Art und Weise aufbereitet werden. Der soeben erzeugte Zertifikats-Request hat den Dateinamen „<Ihr-IK>.p10“. Und auch die Namensgebung insbesonder die Dateiendung „.p10“ ist festgelegt. Sie finden die .p10-Datei im Verzeichnis <Thera-Pi-Verzeichnis>/keystore/<Ihr-IK>
Wenn Sie die Datei vor dem Emailversand umbenennen (weshalb auch immer) wird der Zertifikats-Request von der ITSG nicht akzeptiert.

Jetzt senden Sie der ITSG Ihren Zertifikats-Request per Email. Die Emailadresse für die automatisierte Bearbeitung durch die ITSG lautet: itsg-crq@atosorigin.com



Ist die Email versendet worden, dann ist von Ihrer Seite alles getan was getan werden mußte. Jetzt ist die ITSG an der Reihe. Für die Erstellung Ihres Zertifikates werden je nach „Arbeitsaufkommen“ Seitens der ITSG zwischen 2 und 5 Werktage benötigt. Danach erhalten Sie Ihr Zertifikat und die Zertifikate der Datenannahmestellen per Mail zugesandt (und kurze Zeit später natürlich auch die Rechnung der ITSG über rund 70 Euronen).
An dieser Stelle können Sie Nebraska beenden. Weiter geht’s dann wenn Sie die Zertifikats-Antwort (certificate-reply) erhalten haben.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie die .p10-Datei an die ITSG versandt haben, wiederholen Sie den Vorgang „Zert-Request erzeugen“ auf gar keinen Fall.
Ansonsten stimmt der bei der ITSG eingereichte Schlüssel nicht mit Ihrem neuen (zweiten) Schlüsselpaar überein und der von der ITSG gelieferte Reply ist deshalb wertlos, wird Ihnen aber trotzdem in Rechnung gestellt.

Die Wahrscheinlichkeit daß Sie die nächsten 100 Jahre jede Woche einen Hauptgewinn im Lotto abräumen ist beträchtlich höher als die Wahrscheinlichkeit zweimal hintereinander das selbe Schlüsselpaar zu erzeugen.




    1. Reiter: Zertifikat auswerten

= Zertifikat der ITSG in Thera-Pi einlesen.


ACHTUNG: Solange der Zertifikatsantrag unterwegs ist, keinen neuen Schlüssel erzeugen - erst nach Ablauf des Zertifikates nach ca. 3 Jahren wieder erforderlich. Wenn sie trotzdem einen neuen Schlüssel erzeugen, stimmt er nicht mehr mit den Daten überein, die im Antrag mitgeschickt worden sind und sie dürfen den ANtrag nochmals stellen (und nochmals 70 Euro berappen).


Die ITSG bearbeitet ihren Antrag und schickt nach ca. 1 Woche das Zertifikat per eMail.

Von der ITSG haben sie nun Dateien der folgenden Art erhalten:
12345678.p7c
annahme-pkcs.key


Die PC7-Datei enthält nicht ihre komplette IK-Nummer, sondern nur die ersten 8 Stellen derselben. Das ist o.k., weil die ITSG Dateinamen im alten DOS-Format produziert, also (max.) 8 Zeichen Datei-Name, gefolgt von Punkt und (max.) 3 Zeichen Datei-Namenserweiterung.


    1. Zertifikat einlesen


Die von der ITSG erhaltenen Dateien

werden von ihnen in das Verzeichnis

C:RehaVerwaltungkeystore123456789

kopiert.


Dann in der System-Initialisierung "Nebraska" starten und den Reiter "Zertifikats-Antrag stellen" verwenden. Darin müssen zumindest die ersten 3 Felder korrekt (identische Schreibweise, Leerzeichen etc., so wie beim ursprünglichen Antrag) befüllt sein. Sie können natürlich auch den gesamten ursprünglichen Antrag wieder reinladen.


Dann Weiter mit dem Knopf "Zertifikats-Reply einlesen".




Dann auf den Knopf "einlesen" drücken. Es dauert jetzt eine Weile, bis die Daten verarbeitet sind... (1 min warten)

Fehler: hier kommt wahrscheinlich noch eine "Fertig-Meldungs-Fenster" rein.


Wenn alles geklappt hat, sehe sie unter dem Reiter "Zertifikate auswerten / manuell verschlüsseln" folgende Liste:


Hier sind alle offiziellen Kostenträger aus der Datei annahme-pkcs.key aufgeführt und auch sie selbst (hier z.B. Micky Maus).

    1. Zertifikate auswerten / manuell verschlüsseln

Im oben gezeigten Dialog kann ich nun Dateien auch manuell verschlüsseln, z.B. um den Verschlüsselung zu testen. Dies ist im normalen Abrechnungsmodus nach §302 nicht erforderlich, weil dort komplett automatisiert inkl. Verschlüsselung und Mail-Versand an den Kostenträger.


In den Feldern "Quelldatei auswählen" und " "Zieldatei auswählen" gibt man die jeweiligen Dateinamen an.

Im Feld "Zusätzlich auf die eigene IK verschlüsseln" dient nur zu Testzwecken und fügt eine zusätzliche eigene (parallele) IK-Nummern-Verschlüsselung hinzu. Damit können sie mit dem eigenen Public-Key diese Datei wieder entschlüsseln (ZU TESTZWECKEN).

Aus der Liste der Kostenträger wählt man noch den Ziel-Kostenträger an und drückt dann den Knopf "Verschlüsselung" und die Ausgabe-Datei ist eine verschlüsselte Version der Eingabedatei.


Beim Drücken des Knopfes "Entschlüsselung" wird eine verschlüsselte Quelldatei in eine unverschlüsselte Zieldatei umgewandelt. Das funktioniert nur dann, wenn man vorher "zusätzlich auf eigene IK verschlüsselt" hat - NUR ZU TESTZWECKEN eben.


ACHTUNG: Ein verschlüsselte Anrechnung, an einen Kostenträger die zusätzlich auf die eigene IK-Nr. verschlüsselt wurde, darf nicht an die Kasse geschickt werden; die Kasse könnte zwar entschlüsseln, wird dies aber nicht tun, weil sie sehen kann, dass eine weitere Verschlüsselung enthalten ist.


    1. Mögliche Probleme und Lösungen


      1. Interne Info:

Wenn man "Nebraska" mittels DOS-Box startet erscheint nach Einlesen des Keystores und des Zertifikats folgende Meldung:



      1. Datei "nebraska_windows.conf" nicht mehr vorhanden

Sofern die Datei C:RehaVerwaltung ebraska_windows.conf nicht mehr existieren sollte, ist wie folgt vorzugehen:


Erzeugen Sie im ersten Schritt eine leere Textdatei im Verzeichnis <Thera-Pi-Verzeichnis> namens "nebraska_windows.conf".

Der Inhalt sollte folgendermaßen aussehen (reinkopieren und die roten Stellen bearbeiten):


[KeyStores]
KeyStoreAnzahl = 1
KeyStoreFile1 = C:/RehaVerwaltung/keystore/<Ihr-IK>/<Ihr-IK>.p12
KeyStorePw1 = <Passwort in Klarschrift hoffentlich nicht länger als 6 Zeichen (wie in der Hilfe angegeben)>
KeyStoreAlias1 = IK<Ihr-IK>
KeyStoreKeyPw1 = <am besten abc wird von Java ohnehin nicht ausgewertet>

[Pfade]
OPENOFFICE_HOME = C:/Programme/OpenOffice.org 3
OPENOFFICE_JARS = C:/RehaVerwaltung/Libraries/lib/openofficeorg


Die [Pfade] von Open-Office sollten natürlich korrekt sein wie oben angegeben - ansonsten müssen sie natürlich auch korrigiert werden..



      1. Aktualisierung der Kostenträger-Annahmestellen-Datei:

Nicht als separater Schritt erforderlich, wenn ein neues Zertifikat von der ITGS eingespielt werden soll - da ist die aktuelle Datei dabei.

Die Daten der Kostenträger-Annahmestellen sind in der Datei

annahme-pkcs.key

enthalten. Diese Datei wird hin und wieder vom Verband aktualisiert, z.B. wenn neue Annahmestellen dazukommen. Um zu prüfen, ob die Daten noch aktuell sind kann im Internet nachgesehen werden, wann die Datei das letzte Mal geändert worden ist:


http://www.itsg.de/%28S%28gsdcjl45343bzz23glaxo43a%29%29/tc_keys_leistungserbringerverfahren.ITSG






Wurde die Datei geändert, wäre sie nunmehr herunterzuladen und neu einzuspielen, wie bei der Erfassung eines neuen Zertifikates, nur dass sie hier ihr altes Zertifikat nochmals zum Einlesen verwenden.